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Ein “Zauberhund“ im Kindergarten

Fortsetzung
Einblick in Emmas Arbeitsalltag
(Neufundländerhündin, 4 Jahre , Therapiebegleithund)

Es ist 5:00 Uhr in der Frühe, Frauchens Wecker klingelt, was leider für mich ebenfalls bedeutet, viel zu früh aufstehen zu müssen, denn ich schlafe doch so gerne lange. Aber während Frauchen dann im Badezimmer versucht, wach zu werden, roll ich mich nochmal unter das Bett ( da ist es nicht so hell) und träume noch ein kleines bisschen vor mich hin bis der obligatorische Ruf
nach oben dringt: „ Emma, los, aufstehen, wir müssen zur Arbeit!“
Eigentlich freue ich mich immer sehr auf die Arbeit, man bekommt Leckerchen, darf überall herumliegen, außer in der Küche, und wird den ganzen Tag gekuschelt und gekrault, herrlich!
Die Kinder aus der Kita Wasserdörfer „ Zum Froschkönig“ freuen sich auch immer riesig, wenn ich endlich auch in der Kita bin, sie rufen dann schon ganz laut: Emma ist da! Das freut mich immer ganz besonders...ich guck dann auch schnell immer sehr niedlich, lege mich direkt in die Eingangshalle und warte auf die ersten Streicheleinheiten des Tages! ( Ok, Frauchen kuschelt
mich ja auch...)
Wenn die Stoßzeiten in der Kita sind und die Eltern geballt im Flur stehen, verkrieche ich mich oft noch mal ins Büro, etwas Schlaf nachholen. Dabei schnarche ich manchmal so laut, dass die Kinder das durch die Bürotür hören können, sehr peinlich!
Wenn die Bürotür dann aufgeht, weil einer der Pädagogen etwas kopieren muss oder irgendetwas anderes zu tun hat, nutze ich die Gunst der Stunde und husche durch die Tür ins Getümmel. Mein Weg führt natürlich schnurstracks zum Frühstückstisch, denn oftmals ist dort schon einiges heruntergefallen und so spiele ich ein wenig „Staubsauger“ und schlage mir den Bauch voll, was die Kinder urkomisch finden, Frauchen leider nicht!
Danach lege ich mich meistens in den Gruppenraum, beobachte die Kinder und warte darauf, gebraucht zu werden, laufe z.B. zu einem Kind, wenn es traurig ist. Dann leg ich meinen Kopf auf seinen Schoß oder kuschel mich einfach ganz nah an den kleinen Fratz. Meistens reicht das schon, um die
Traurigkeit weg zu zaubern. Zwischendurch spiele ich auch mit den Kleinen fangen oder sie bauen ein Gehege um mich herum und ich soll dann der Bär im
Zoo sein; aber am liebsten mache ich Quatsch für die Kinder und bringe sie zum lachen: ich wälze mich dann auf dem Rücken hin und her, strample mit den Beinen, grunze vor mich hin und warte dann auf die glücklichen Gesichter der Kinder.
Zwischendurch bin ich auch der Zauberhund; dann darf ein Kind sich etwas wünschen und den Wunsch dann in mein Ohr flüstern, z.B. Wünsche zum Geburtstag oder für den Start in die Schule. Allerdings kann ich nicht immer zaubern und deshalb sind diese Momente etwas ganz besonderes für die Kleinen.
Wenn ich im Gruppenraum liege oder mit den Kindern draußen bin, dann kommt es auch schon mal vor, dass die Jungen und Mädchen mir ihre Sorgen erzählen oder manchmal sogar einen Witz. Auch Sorgen um mich werden mir natürlich direkt mitgeteilt: Im Winter hab ich mit den Kindern Draußen im Schnee gespielt, da hat sich ein Mädchen ( 3 Jahre) neben mich gesetzt und gemeint, ich bräuchte unbedingt auch Handschuhe, sonst würde ich krank werden. Und
ihre Oma wollte sie Fragen, ob diese für mich einen Pullover stricken
könnte, damit ich keinen kalten Bauch bekomme, toll oder?
Oftmals darf ich dann auch im Morgenkreis dabei sein, und wenn die
Sterntaler oder die Mondbären ( so heißen die Kitagruppen ) anfangen zu singen, möchte ich so gerne mitmachen, hüpfe und spring dann herum - und beim Abschiedsabend der Vorschulkinder hab ich sogar richtig mit Frauchen getanzt, das war toll.
Die kleinen gehen ganz wunderbar mit mir um, sie wissen genau, dass ich es gar nicht mag, wenn man mir an den Haaren zieht , mich in die Nase kneift oder mir ins Ohr schreit, sie sind auch untereinander viel rücksichtsvoller im Umgang, wenn ich dabei bin...
Ich muss mich allerdings auch immer sehr gut benehmen wenn ich bei der Arbeit bin, egal ob ich müde bin oder Hunger habe. Ich darf nicht bellen, nicht herumtoben, niemanden anspringen, nicht knurren, soll beim Frühstück nicht betteln und muss immer gut hören. Sehr anstrengend! Allerdings tu ich manchmal so, als ob ich Kekse in den Ohren habe und überhöre gerne mal Frauchens Anweisungen, was mir dann aber gar nicht gut bekommt, denn dann
kann meine Hundemama äußerst zickig werden und das ist kein Spaß!

Ein großer Spaß ist aber meine tägliche Arbeit! Es ist herrlich bei den Kindern, den Eltern und dem Kita – Team zu sein und jeden Tag ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen zu zaubern, die mich umgeben!



Bis bald...Und eine dicke Pfote! Eure Emma

   
  @buero-biene.de