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Ein “Zauberhund“ im Kindergarten

"Sozial gesund mit Doktor Hund" im Kindergarten

 


ImageEs ist mal wieder „Schnuppertag“ im Kindergarten, was bedeutet, dass die Kinder, die neu in den Kindergarten kommen, uns einen Tag besuchen können, um schon mal in den Kindergartenalltag reinzuschnuppern.
Es ist kurz vor neun Uhr; vorsichtig geht die Tür auf und neugierige, teils ängstliche Blicke begegnen uns. Da fällt der Blick von Max, 3 Jahre, auf einen großen, schwarzen, kuschelig anmutenden Hund, der Max sofort freudig begrüßt. Jonas, 4 Jahre alt, erklärt Max: „ Das ist Emma, die ist ganz lieb und die passt hier auf uns auf und die ist ein Zauberhund, weil Emma machen kann, das man nicht mehr traurig ist und die spielt mit uns und kugelt sich immer im Flur herum, das ist ganz lustig!“
Zuerst ist Max skeptisch, drückt sich ängstlich an seine Mama, und auch die Mutter von Max schaut sich unsicher um.
Wir begleiten Max und seine Mama in die Kindergartengruppe, Emma läuft ganz ruhig hinter den beiden her und legt sich vor Max Füße. Julina, 5 Jahre alt, sagt sofort: „Emma möchte von Dir gestreichelt werden, da musst Du Steffi ( Emmas Besitzerein und Kindergartenleiterin) erst fragen und Du darfst Emma nur von vorne streicheln und nicht so laut sprechen, weil Emma ja alles viel lauter hört als ein Kind.“
Max streckt vorsichtig seine kleinen Händchen aus, berührt ganz andächtig Emmas große Pfote und schaut stolz zu seiner Mutter. Die Angst aus Max Blick ist verflogen, stattdessen nur noch Begeisterung für den Hund.
Die anderen Kindergartenkinder scharen sich nach und nach um den neuen Jungen und Emma, eine Traube von 11 Kinder liegt und sitzt um die 2 jährige Neufundländerhündin, ein alltägliches Bild für die Pädagoginnen und auch die Eltern.
Emma bleibt gelassen, sie schnauft entspannt aus, legt sich auf die Seite und genießt es sichtlich gekrault zu werden, während die Kinder Emma spannende Geschichten erzählen und auch den neuen Jungen wie selbstverständlich miteinbeziehen.
Seit drei Monaten geht Emma im Kindergarten Wasserdörfer, Hemsbünde, Kreis ROW, täglich ein und aus, die Neufundländerhündin freut sich regelrecht auf Ihre „Arbeit“, springt aus dem Auto und läuft schnurstracks auf die Kindergartentür zu, setzt sich davor und wartet ungeduldig auf Einlass. Hinter der Tür hört man schon die fröhlichen Rufe der Kinder: “Emma ist da!“
Als es damals hieß, da fängt eine neue Leitung an und die bringt einen Hund mit, war die Meinung der Elternschaft geteilt, Skeptiker und Zweifler, Eltern mit eigener Angst vor einem Hund, aber auch Eltern, die von Anfang an eine Chance für die Kinder in dem Hund gesehen haben.
Anfangs hat Emmas Größe vielleicht abgeschreckt, doch ihr ruhiges Wesen und ihre freundliche Art, wie sie auf Menschen zugeht, hat viele Zweifel weggewischt,
zumal Emma nie ohne Aufsicht mit den Kindern zusammen ist, was selbstverständlich sein sollte für Menschen, die mit Hund und Kind zusammen arbeiten möchten.
ImageEmma ist nun voll und ganz in den Kindergartenalltag integriert, sie wird morgens von Kindern und Eltern begrüßt, nimmt an Morgenkreisen teil, tröstet bei kleinen Verletzungen oder Sehnsucht nach der Mama, dient unruhigen Kindern als Ruhepool und wird am Mittag genauso verabschiedet, wie alle anderen Pädagogen.
Die Stimmung hat sich verändert seit Emma da ist, es wird mehr Rücksicht untereinander genommen, die Kinder sind teilweise ruhiger, rennen nicht so viel und unkontrolliert herum, genießen die Nähe des ruhigen, schwarzen Riesen.  Ein Zufall?
Frau Ehmer-Randermann, Diplom-Pädagogin und Leiterin der Einrichtung verneint das sehr deutlich, denn zuvor hat Sie mit Emma in einer Einrichtung für schwerst verhaltensauffällige, misshandelte und aggressive Kinder und Jugendliche gearbeitet. Dort konnte ebenfalls ein deutlicher Stimmungswechsel beobachtet werden, die Jugendlichen haben Rücksicht aufeinander genommen, die Aggressivität ließ deutlich nach, hyperaktive Kinder wurden in Emmas Nähe ruhiger, traumatisierte Jugendliche öffneten sich, fühlten sich von Emma geborgen und so angenommen, wie sie sind. Emma hat diesen Kindern und Jugendlichen die Sicherheit und Liebe vermittelt, die den meisten Kindern, welche in diesen Einrichtungen leben müssen, in der Vergangenheit bedauerlicherweise  nicht vergönnt war.
Leider gibt es immer noch Zweifler, die nicht glauben wollen, dass Tiere Menschen positiv beeinflussen und unterstützend wirken können.
Vielleicht sollte das Verhältnis zwischen Mensch und Tier einmal wissenschaftlich untersucht werden um auch den letzten Zweiflern mit Fakten verdeutlichen zu können, dass jeder Hund, egal ob für Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder Senioren, egal ob krank oder gesund, ein kleiner Zauberer sein kann. Fortsetzung

Quelle:aerztefuertiere.de

   
  @buero-biene.de